Huk-Coburg ./. Maik Studier LAG Kammertermin

Ricarda-P1

Heute, am 23.11.2015 um 10:30 Uhr, fand der Kammertermin statt. Ich hatte davon über einen Facebook-Kontakt erfahren.
Es geht um Union Busting bei der HUK-Coburg.

Bisher war die HUK-Coburg, mit der ich vor allen Dingen als Rechtsschutzversicherer in Mobbing-Fällen zu tun habe, eher unauffällig.
Seit etwa 5 Jahren, so berichteten mir anwesende Betriebsratsmitglieder, hätte sich der Wind gedreht und die Kollegen hätten Angst.

Dr. Günther-Gräff

 

Vorsitzende Richterin war
Frau Dr. Günther-Gräff,
sachlich, freundlich und
offensichtlich auch sportlich.

 

Der Sachverhalt:

Maik-1b

Maik Studier

Maik Studier ( Foto)
nahm an einem Betriebsrats-Seminar teil.
Ein Teil fiel aus und er begab sich nach Rücksprache
mit der Betriebsratsvorsitzenden in die Stadt, um sich nach Räumlichkeiten für die nächsten Betriebsversammlungen

Dabei wurde er von einem Kollegen gesehen, der dies seinem Vorgesetzten berichtete.  Studier sollte die Fristlose Kündigung erhalten.
Der Betriebsrat verweigerte die Zustimmung und die HUK-Coburg klagte auf ersatzweise Zustimmung durch das Gericht.
Bereits in 1. Instanz unterlag die HUK-Coburg.
. Am Sachverhalt hat sich nichts geändert.

Die Verhandlung:

Die HUK-Coburg wurde vertreten von RA Jan Ruge Ruge.
Die Richterin erklärte, die Zustimmung hänge
von objektiven Tatsachen ab;  der Zweifel
an einer Aussage des Betriebsrates reiche nicht aus.
Ruge fiel dazu nichts ein.

 

jens-gaebert_92

Jens Gäbert

Maik Studier wurde von RA Jens Gäbert vertreten.

Gäbert wies auf ein Urteil des BAG von 1995 hin.
Danach gestand das BAG Betriebsräten zu,
frei zu entscheiden, wann und wie sie ihre
Arbeit ausführen würden, ohne dafür dem Arbeitgeber Rechenschaft ablegen zu müssen.
Gäbert erklärte, direkt an Ruge gewandt, Maik Studier
hätte sich auch auf einen nächsten Termin vorbereiten können.

 

Anschließend holte RA Gäbert noch einmal aus und wies das Gericht darauf hin,
dass Maik Studier kein Einzelfall sei, es im Unternehmen insgesamt
nicht mehr zu der vom Gesetz geforderten vertrauensvollen Zusammenarbeit
käme zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat.

Die Vorsitzende zog sich nun auf ihren Auftrag zurück und stellte klar,
dass sie zwar den Parteien empfehlen könnte zu einer vertrauensvollen
Zusammenarbeit zurück zu kehren, es jedoch nicht Auftrag des Gerichts
sein könne hier tätig zu werden.

Urteil erging am Schluss der Sitzung:

Erwartungsgemäß wurde die Beschwerde abgewiesen.
Mit anderen Worten:    Maik Studier hat gewonnen !

Mit ihm freuen sich alle, die ihn begleitet haben:   ( Siehe Fotos – unten )

Mir stellt sich jetzt die Frage:

Macht es Sinn zum Boykott aufzurufen, wie wir es bei Burger King getan haben ?
Es ist ja leichter auf einen Burger zu verzichten, als mal eben die Versicherung zu wechseln.

Viele meiner Kunden sind bei der HUK-Coburg, besonders jene aus dem Öffentlichen Dienst. Wäre es nicht viel effektiver, wenn alle diese Kunden einen Brief an den Vorstand schreiben würden (oder eine Mail) und den freundlichen Umgang mit Betriebsrat und Mitarbeitern anmahnen würden ?

Ich habe mir mal die Webseite angesehen:   HUK-Coburg
Zu Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeitern will man ganz lieb sein.
Zu Betriebsräten nicht ?
Darüber sollten wir mal mit den Vertretern der Mitgliederversammlung diskutieren.

Margit Ricarda Rolf

Unser Empfehlung für Betriebsräte:    Bertelsmann & Gaebert.de

Beabsichtigte Kündigung der HUK-Coburg von Maik Studier am Mo., 23.11.2015
Landesarbeitsgericht Hamburg  –  HUK-Coburg vs. Betriebsrat der HUK-Coburg
—————————————————————————————————————————–
Vor der Verhandlung :Gruppe1 Gruppe2

Im Gerichtssaal :Gruppe3-Gerichts-SAAL Gruppe4-Gerichts-SAAL

Vor dem Gebäude im Eingangsbereich – Nach der Verhandlung :Gruppe5 Gruppe6 Gruppe7 Maik-Studiert-1

Maik Studier

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:

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Über Ricarda

Margit Ricarda Rolf - Gründerin und Leiterin der Mobbing-Zentrale mit mehr als 11.000 erfolgreich beendeten Mobbingfällen.
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3 Kommentare zu Huk-Coburg ./. Maik Studier LAG Kammertermin

  1. Rainer Knirsch sagt:

    Herzlichen Glückwunsch, lieber Kollege Maik Studier, dass Du nicht klein beigegeben hast! Richte Dich aber vorsorglich auf weitere ähnliche und noch gemeinere Widrigkeiten von Seiten des Arbeitgebers ein, denn auch diese Firma wird erst dann nachlassen, wenn ihr Tun nachhaltig ihren Profit schmälert. – Dass Union Busting sich nicht auszahlt für die Eigner, dafür brauchen wir die immer wieder neu zu schaffende Solidarität. Denn völlig richtig ist: Betroffen ist Einer – gemeint sind Alle!
    Solidarische Grüße – als einer der drei Akteure im „Fall BMW-Berlin“ (1984-87) gegen Wahlmanipulation und Kettenkündigungen durch den Arbeitgeber – Rainer Knirsch, ehem. BR-Vorsitzender im BMW-Motorradwerk Berlin, ehrenamtl. Bildungsreferent der IG Metall

    • Ricarda sagt:

      Hallo Rainer,

      was ist los bei BMW? Da hatten wir doch früher schon einen Skandal, als Pischtesrieder noch im Amt war. Ich könnte ggf. ein paar Altfälle beisteuern.

      Viele Grüße
      Ricarda

  2. Ricarda sagt:

    Ich habe inzwischen einen Hinweis erhalten, dass bei der HUK-Coburg Kollegen angehalten werden, andere Kollegen zu bespitzeln. Wir werden dem nachgehen. Sollte sich der Verdacht erhärten, werden wir uns nicht zurückhalten, auch Namen zu nennen.

    Es ist inzwischen in Deutschland eine traurige Tatsache, dass Arbeitgeber auch nicht davor zurück schrecken Spitzel in Betriebsratsgremien einzuschleusen und sogar eigene arbeitgeberfreundliche Listen aufzustellen oder eigene Gewerkschaften zu gründen.

    Ich erinnere hier nur an die Verhältnisse bei der Techniker Krankenkasse.

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