Cyber-Mobbing – wer liest denn das wirklich?

Auch ich bin ja – nicht das erste Mal – von Cyber-Mobbing betroffen.
Das ging schon 1998 los, als wir unser erstes Forum eröffnet hatten
und ein User mich auf übelste Weise beschimpfte.

Später 2007/2008 wurde ich Opfer eines Cyber-Stalkers.
Er betreibt noch heute einen Blog, der sich ausschließlich
mit meiner Person befasst und postet dort – mit sich selbst –
unter verschiedenen Nicknames.

Strafanzeigen wurden eingestellt. WordPress weigert sich den Blog zu schließen.
Das wäre wahrscheinlich auch sinnlos, denn Stalker sind krank.
Ein Stalker würde sofort einen neuen Blog eröffnen und weiter stalken.
Stalker leiden unter einer Krankheit, die wir Obsession nennen.
Sie sind besessen von der Verfolgung ihrer Opfer und können einfach nicht aufhören.

Nun ist es natürlich für jeden Menschen schlimm, wenn er im Internet
schwarz auf weiß liest, er sei wertlos, eine Schlampe, Alkoholiker oder pervers.
Das etwa sind die Lieblingsthemen von Stalkern.

Was Betroffenen zu allererst durch den Kopf geht, ist:
das kann jetzt jeder lesen! Die ganze Welt. Das ganze www – Internet!
Aber ist das wirklich so?

Als ich 2008 in dieser Situation war, hatte ich das große Glück einen
klugen Ratgeber an meiner Seite zu haben. Er zeigte mir folgende Internetseite:

https://adwords.google.com/o/Targeting/Explorer?__c=1000000000&__u=1000000000&ideaRequestType=KEYWORD_IDEAS

Gib deinen Namen dort ein und schau dir an, wie oft dein Name weltweit monatlich aufgerufen wird.
Schau dir dann an, wie oft er in Deutschland monatlich aufgerufen wird.

Mein kluger Ratgeber zeigte mir, dass der Blog des Stalkers monatlich nur etwa 120 mal aufgerufen wurde.
Dann sagte er: „und das waren bestimmt du selbst und der Stalker!
Hör einfach auf die Seite aufzurufen.“

Ich habe dann angefangen mit einem eigenen Blog und schreibe heute viele Artikel.
Sehr viele Menschen lesen, was ich schreibe. Fast niemand liest, was der Stalker schreibt.
Wenn Menschen mich kennen lernen, sagen sie mir, dass ich ein wertvoller Mensch bin und dass
sie mich sehr schätzen. Frage ich mal nach dem Blog des Stalkers, höre ich immer wieder:
„So ein Schmutz interessiert mich nicht. So etwas lese ich gar nicht.“

Bevor du also überreagierst, prüfe einmal, wer die Beleidigungen tatsächlich liest.
Interessant finde ich in meiner Beratung auch, dass es viel mehr Freunde gibt,
die Betroffene auf die Stalker hinweisen und sich empören, als Leute die sich von Betroffenen
abwenden oder gar mitmachen.

Und wenn du jetzt noch Fragen hast, dann nutze hier die Kommentarfunktion
oder ruf mich einfach an.

Niemand ist bei Cyber-Stalking tatsächlich den Stalkern hilflos ausgeliefert.
Auch du nicht!

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Über Ricarda

Margit Ricarda Rolf - Gründerin und Leiterin der Mobbing-Zentrale mit mehr als 11.000 erfolgreich beendeten Mobbingfällen.
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