Mobbing in der Probezeit

Ricarda-iGF

Immer wieder erhalte ich Anrufe von Arbeitnehmern, die während der Probezeit gekündigt werden.
Zunächst einmal dürfen beide Seiten ohne Angabe von Gründen während der Probezeit kündigen,
denn die Porbezeit ist zum Probieren da.
Passen Topf und Deckel?

Wird eine arbeitgeberseitige Kündigung ausgesprochen, stellt sich zunächst die Frage,
ob man dagegen etwas unternehmen sollte, z. B. eine Kündigungsschutzklage.
Manchmal macht das Sinn.

Fühlt man sich gemobbt und daher zu Unrecht gekündigt, kann eine Klage auch Sinn machen,
aber nur dann, wenn man es sich leisten kann.
Besteht eine Rechtsschutzversicherung (möglichst ohne Selbstbeteiligung)?
Kommt eine Gewerkschaft für den Rechtsschutz auf?
Werden beide Fragen verneint, heißt es: Finger weg von Klagen!
Anwälte, die sich auf Mobbing spezialisiert haben, sind Experten.
Sie arbeiten in aller Regel nicht für Prozesskostenhilfe, sondern auf Honorarbasis.
Viele verlangen einen Vorschuß zwischen € 500 und € 5.000, auch bei einer
vorhandenen Rechtsschutzversicherung.

„Aber das ist doch ungerecht!“ höre ich dann oft.
Ja, das ist es.
Es geht in Deutschland aber nicht um die Frage, ob ich Recht habe oder nicht,
sondern darum, wieviel Recht ich mir leisten kann.

Mich rief eine Frau an, die mit einer Halbtagsstelle gerade einmal € 700 mtl. verdient.
Für sie lohnt sich eine Klage nicht. Bei einer Null mehr und einem guten finanziellen Polster kann das
anders aussehen, besonders, wenn es sich bei den Mobbinghandlungen um Diskriminierung handelt.

Wer es ganz genau wissen will, besucht einen Anwalt und vereinbart vorher, dass er nur eine einfache Beratung durchführt.
Dann laufen die Kosten nicht aus dem Ruder.

Und wer sich Recht gar nicht leisten kann, sollte zum Arbeitsgericht gehen und dort eine Klage
zu Protokoll geben. Spätestens im Gütetermin erfährt er vom Richter, ob er Aussicht auf Erfolg hat.

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Über Ricarda

Margit Ricarda Rolf - Gründerin und Leiterin der Mobbing-Zentrale mit mehr als 11.000 erfolgreich beendeten Mobbingfällen.
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