Stadtamtsdirektor nahm sich wegen Mobbing das Leben

Schock in Gmunden
25.02.2011, 13:24
Stadtamtsdirektor nahm sich wegen Mobbing das Leben (Bild: salzi.at)
Eine Tragödie hat sich in der Nacht auf Freitag im Rathaus der oberösterreichischen Stadt Gmunden abgespielt. Stadtamtsdirektor Robert Hametner beging in seinem Büro Selbstmord. Das Motiv des Beamten laut seinem Abschiedsbrief: Er wurde vom Bürgermeister gemobbt.
Kurz vor seinem Tod verschickte der 59- Jährige noch eine E- Mail an sämtliche Amtskollegen, in dem er schrieb, er halte das ständige Mobbing am Arbeitsplatz nicht mehr aus. Dann setzte Hametner seinem Leben durch einen Kopfschuss ein Ende.

Im Abschiedsbrief gab der 59- Jährige die Schuld Bürgermeister Heinz Köppl. „Dein Mobbing hat endlich Erfolg“, heißt es in dem Schreiben. „Die letzten fünf Jahre hast du mich in einer Art behandelt, wie man keinen Menschen behandelt“ und „ich kann und will mich nicht mehr von dir verletzen lassen“.
Vizbürgermeister schockiert, „dass es so krass war“

Köppl war Freitagmittag für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen. Er sei mitgenommen. Vizebürgermeister Gottfried Schrabacher, der zur Zeit im Ausland weilt, zeigte sich erschüttert. Als er vom Selbstmord hörte, habe er zunächst gedacht, es handle sich bei der Ursache um private Probleme Hametners, sagte er. Aber in seiner E- Mail schiebe der Verstorbene alles auf den Bürgermeister.

Köppl und Hametner hätten sich nicht besonders gut verstanden, räumte Schrabacher ein, aber: „Für mich war es nicht nachvollziehbar, dass es so ein krasses Mobbing war.“ Vielleicht hätten die beiden ihre Probleme ausdiskutieren sollen, findet der Vize. Er selbst habe mit Hametner „konstruktiv zusammengearbeitet“.

Der Beamte war neben der Amtsleitung auch für Betriebe und Unternehmen zuständig. Außerdem war er Europabeauftragter der Gemeinde und hatte Medienarbeit und öffentliche Sicherheit inne.

Quelle: http://www.krone.at

Kommentar:

Auch in Deutschland nehmen sich jedes Jahr etwa 1.300 Arbeitnehmer wegen Mobbing und ungelösten Konflikten am Arbeitsplatz das Leben. Jeder 7. (einige Quellen sagen 6.) Suizid geht auf das Konto Mobbing. Deshalb fordere ich ein deutsches Anti-Mobbinggesetz, das sowohl für Arbeitnehmer, als auch für Schüler gilt.

Antwort des Bürgermeisters:

Bürgermeister: „Nie meine Absicht gewesen“
Spitzenbeamter tot. Vorwurf an Bürgermeister – der rechtfertigt sich.
Bürgermeister: „Nie meine Absicht gewesen“
© Gemeinde Gmunden, salzi.at

Hinter der traumhaften Kulisse von Gmunden spielte sich im oberösterreichischen Salzkammergut ein Drama ab. Stadtamtsdirektor Robert Hametner hat sich gestern Nacht das Leben genommen. Der 59-Jährige erschoss sich in seinem Büro. Gegen Mitternacht verfasste der Beamte einen Abschiedsbrief, den er per Rundmail an seine Mitarbeiter, die Stadt- und Gemeinderäte versendete.

E-Mail: „Ich will mich nicht mehr verletzen lassen“
In dem Schreiben, das ÖSTERREICH vorliegt, nennt Hametner den Grund für seine Verzweiflungstat: Mobbing. Vor allem einer soll ihm das Leben zur Hölle gemacht haben: Der Gmundner Bürgermeister Heinz Köppl (ÖVP). „Dein Mobbing hat endlich Erfolg. Ich kann und will mich nicht mehr von dir verletzen lassen“, schreibt das Opfer im Abschiedsbrief. Köppls „dominanter Führungsstil“ habe ihm keinerlei Spielraum gelassen. „Die letzen fünf Jahre hast du mich in einer Art behandelt, wie man keinen Menschen behandelt“, schreibt Hametner weiter.

Als ein Mandatar spät nachts seine E-Mails checkt, entdeckt er den Abschiedsbrief. Er schlägt sofort bei der Polizei Alarm. Doch als die Beamten in das Stadtamtsbüro stürmen, finden sie den Juristen, der seit 25 Jahren bei der Gemeinde beschäftigt war, bereits tot vor.

Noch gestern hagelte es die erste Rücktrittsforderung gegen Bürgermeister Köppl: „Wenn er einen Funken an Charakter hat, muss er zurücktreten“, sagt Stadtrat Gerald Grampelhuber (FPÖ). Nicht nur er habe das Mobbing „jahrelang live erlebt“. Köppl selbst war gestern nicht erreichbar. Gerüchte, er habe von Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut werden müssen, wurden nicht bestätigt.

Offener Brief des Bürgermeisters
Bürgermeister Heinz Köppl hat sich am Samstagabend in einem offenen Brief zu Wort gemeldet. Die Anschuldigungen im Abschiedsbrief seines Mitarbeiters „wiegen schwer und treffen mich tief im Innersten“, heißt es darin. Zu politischen Konsequenzen, die teils von anderen Fraktionen gefordert worden waren, nahm er nicht Stellung.

„Sie können mir glauben, dass mich das schwer trifft“
„Robert Hametner hat mich in seinen Abschiedszeilen schwer belastet. Sie können mir glauben, dass mich dies schwer trifft. Es ist mir bewusst, dass es auch Meinungsverschiedenheiten gab, aber das ist in einem Arbeitsverhältnis – wie in jedem anderen Betrieb dieser Größe – ganz natürlich“, rechtfertigt sich Köppl.

„Das war nie meine Absicht“
Hametner sei einer seiner engsten Mitarbeiter gewesen und er habe sich mit ihm stets „konstruktiv ausgetauscht“, so Köppl weiter. „Im Leben und in der Politik müssen wir Linien vorgeben und Entscheidungen treffen. Das soll aber niemals soweit gehen, dass sich Menschen dadurch persönlich angegriffen fühlen oder verletzt werden. Das war und ist nie meine Absicht gewesen.“

Quelle: http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Buergermeister-Nie-meine-Absicht-gewesen/18739821

Kommentar:

Ich erlebe es leider immer wieder, dass die Täter sich nicht bewußt sind, wie sie und ihr Verhalten auf das Umfeld wirken. Der Vorfall sollte Anlaß sein es dem Bürgermeister bewußt zu machen, indem er gezwungen ist, die Verantwortung zu übernehmen.

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Über Ricarda

Margit Ricarda Rolf – Gründerin und Leiterin der Mobbing-Zentrale mit mehr als 11.000 erfolgreich beendeten Mobbingfällen.

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