Stadtreinigung Hamburg – Unterbesetzung

Trau keiner Statistik,
die du nicht selbst gefälscht hast,
sagt der Volksmund.

Mir fiel zu den Ausführungen der SRH
gegenüber dem Petitionsausschuss eine Begebenheit
aus meiner Zeit als Auszubildende ein.

Als Dienstanwärterin der Berufsgenossenschaft durchliefen wir etliche Abteilungen,
u. a. den Technischen Aufsichtsdienst TAD.
Zu meinen Aufgaben gehörte das Anfertigen einer Unfallursachen-Statistik
für Drehrollstühle.  – Damals gab es drei-armige Drehrollstühle, vier-armige
und die ersten fünf-armigen.
Meine Aufgabe bestand darin, die Unfallursachen in eine Tabelle zu übertragen
nach Schwere der Verletzung, Kippeln und Wegrollen.
Sinn war es wohl zu beweisen, dass die fünf-armigen Drehrollstühle
eingeführt werden sollten, weil sie sicherer gegen kippeln waren.

Ich hatte zwei Unfall-Anzeigen für drei-armige, zwei für fünf-armige
und den Rest für vier-armige zur Verfügung, die damals üblicherweise
im Gebrauch waren.
Bei den Drei-Armigen waren die Verletzungen gering.
Die Verunfallten hatten gekippelt, sich abgefangen und sich nur Prellungen zugezogen.
Bei den Vier-Armigen gab es sowohl Verletzungen durch Brüche, als auch solche durch Prellungen, mit unterschiedlicher Dauer der Arbeitsunfähigkeit.
Bei den zwei Fünf-Armigen dagegen entstanden die Unfälle durch Wegrollen.
Die Verunfallten stießen jeweils gegen eine geöffnete Schreibtisch-Schublade
und brachen sich die Kniegelenke, mit der Folge von Langzeitschäden und langer Arbeitsunfähigkeit.
Mein Ergebnis:    Fünf-armige Drehrollstühle sind sehr gefährlich,
drei-armige dagegen nicht.

Das entsprach natürlich nicht dem Auftrag der Hersteller,
und wer sich heute am Arbeitsplatz um sieht, kann sich davon überzeugen,
dass es inzwischen keine drei-armigen und vier-armigen Drehrollstühle mehr gibt, sondern ausschließlich fünf-armige.

Als ich den Artikel des Personalrates las in der Weihnachtsausgabe,
hat es mich an diesen Begebenheit erinnert.

Wenn nun sogar der Personalrat der SRH zu so einem Ergebnis kommt,
dann wächst die Hoffnung, dass diese Einsicht irgendwann auch dort landet,
wo die Verantwortung liegt.
Margit Ricarda Rolf
.
– Mobbing-Zentrale – .

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Über Ricarda

Margit Ricarda Rolf - Gründerin und Leiterin der Mobbing-Zentrale mit mehr als 11.000 erfolgreich beendeten Mobbingfällen.
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6 Kommentare zu Stadtreinigung Hamburg – Unterbesetzung

  1. Gemobbter Müllmann aus SRH sagt:

    Hi Ricarda,

    auch diese Deine Sichtweise mag sein, nur stell dir doch mal ein kleines Kind vor das ewig eingeschüchtert nie das sagen durfte was es wirklich meinte und plötzlich sollte man von diesen erwarten total aus sich auszubrechen.
    Das würde natürlich nicht passieren, denn auch dieses Kind wird eher zaghafter aus sich raus kommen mit Hilfe anderer.
    Und diese anderen müssen eben so wie du schon erwähnt und auch recht hast genau die richtigen Leute sein, die genau das umsetzen !

    Neues Jahr, neues Glück.
    Schaun wir mal was dieses für uns alle bringt.

    Für manche mag dieses Jahr nicht gut enden und für manche nicht gut anfangen, aber trotzdem möchte ich an dieser Stelle allen nicht (!) mobbenden Kollegen der SRH eine schöne Weihnacht im Kreise der Familie wünschen 🙂

    • Ricarda sagt:

      Unterm Strich haben wir viel mehr erreicht, als zu erwarten gewesen wäre. Es ist zu früh, davon zu berichten. Aber der Flurfunk bei euch funktioniert ja sowieso.

  2. Gemobbter Müllmann aus SRH sagt:

    Hi Ricarda,

    woher kommt wohl dieser Sinneswandel?!

    Denn dieser Artikel zeigt eines eindeutig, unser PR stellt sich damit für jedermann sichtbar das erste mal gegen die Geschäftsleitung!

    Endlich stellt der PR sich vor uns Kollegen und zeigt gleichzeitig auf , das tarnen,täuschen und tricksen mit ihnen und uns keine Zukunft mehr hat.

    Da können wir nur hoffen, das diese Verhaltensänderung unseres PR nicht nur eine Eintagsfliege ist, sondern dieser Weg konsequent fortgesetz wird !

    LG an alle nicht (!) mobbenden Kollegen der SRH und anderen in ganz Deutschland

    • Ricarda sagt:

      Ich empfinde das nicht als Sinneswandel, sondern als zaghaften Versuch, das Gesicht zu wahren. Da hebt jemand ganz sacht den Finger. Angebracht wäre es, mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Dazu fehlen diesem Personalrat aber die richtigen Leute.

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