00024 Dieser Fall wäre einen Dokumentarfilm wert

Kein anderer Fall geht so unter die Haut.

Sie war das 8. Opfer des Professors an der Uni-Klinik Kiel in Folge. Sie hat sich gewehrt bis in die höchsten Kreise, damals Heide Simonis.

Sie hatte ihre Menstruation bekommen, lief schnell zum Kiosk und holte sich OB. Dafür wurde sie abgemahnt. Von Stund an musste sie ein Oktavheft bei sich führen:

Raum A um 7:21 Uhr verlassen – Unterschrift Oberärztin
Raum B um 7:22 Uhr betreten – Unterschrift Stationsleitung

Der Professor schrieb in einer Abmahnung, er sähe „keine andere Möglichkeit mehr, als X auszugrenzen.“ Er gab also Mobbing sogar zu! Der Personalrat trat unter Protest zurück, als nichts geschah. Damit legte er die Ursache für eine Betriebsvereinbarung gegen Mobbing. Nur, was half das unserer Betroffenen.

Sie rief mich abends an. „Frau Rolf, ich sitze hir völlig nackt. ich kann ncihts mehr aufmeinem Körper ertragen. Meine Haut ist ein einziger wunder Fleck. Ich kann nicht mehr.“ Das war nach nur drei Monaten.

Wir fanden einen Anwalt. Wir fanden sogar Zeugen. Aber dann…
nahm eine Zeugin eine Stelle als Oberärztin an. „Bitte versteht das. Ich kann nicht gegen ihn aussagen.“ Natürlich nicht.

Man versetzte sie in ein Kellerloch. Niedrige Decken. Rohre. Loft, würde man heute sagen. Sie brach endgültig zusammen.

Im Dezember 1999 schrieb sie mir eine Weihnachtskarte.
„Ich habe jetzt beruflich ganz umgesattelt, im Juni mache ich mich selbständig. Dem „Bosser“ müßte ich auf Knien danken, ich hätte diesen Schritt sonst nie gewagt.

Sie ist heute eine erfolgreiche Unternehmerin.

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Über Ricarda

Margit Ricarda Rolf - Gründerin und Leiterin der Mobbing-Zentrale mit mehr als 11.000 erfolgreich beendeten Mobbingfällen.
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