Stadtreinigung Hamburg – Altersarmut

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In meiner Beratung war ein ehemaliger Müllmann.
Ihm geht es sehr schlecht. Er gehört zu jenen tüchtigen Männern, die Jahrzehnte als Müllmann gearbeitet haben.

Er wurde lange schikaniert und hat es ertragen.
Das macht aber kein Mensch ewig mit.
So wurde auch er depressiv und arbeitsunfähig.

Nach langer Zeit bat man ihn abends, als alle weg waren, zu einem Gespräch.
Das war das Schlimmste, was er erlebt hatte.
Sie hielten ihm einen Aufhebungsvertrag vor die Nase
und nötigten ihn, zu unterschreiben.  – Er war ganz allein.
Keine Kollegen, kein Personalrat !
Schließlich unterschrieb er, weil er nur noch irgendwie raus wollte.

Mit dramatischen Folgen !

Etwa die Hälfte der Abfindung fraß das Finanzamt.
Es folgten drei Monate Sperrzeit durch das Arbeitsamt.
Man vermittelte ihn dann nach hier und da.
Inzwischen ist er wieder arbeitslos und trudelt auf Hartz IV zu.
Das Geld reicht hinten und vorn nicht;
der Lebensstandard ist schon lange nicht mehr zu halten
und die Sorgen rauben ihm den Schlaf.
An die Rente mag er gar nicht denken, denn so toll waren die letzten Löhne nicht.

Liebe Hamburger,

darf man so mit unseren Müllmännern umgehen ?
Wollen wir das zulassen ?
Verträgt sich das mit unserem hanseatischen Geist ?

Margit Ricarda Rolf
. – Mobbing-Zentrale –

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Über Ricarda

Margit Ricarda Rolf – Gründerin und Leiterin der Mobbing-Zentrale mit mehr als 11.000 erfolgreich beendeten Mobbingfällen.

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6 Kommentare zu Stadtreinigung Hamburg – Altersarmut

  1. Gemobbter Müllmann aus SRH sagt:

    Hi Ricarda,

    so langsam wird das Boot voll und die letzten Plätze sind noch zu vergeben, mit den noch zuletzt verbliebenden.

    Dann wollen wir mal sehen wer sich dann noch retten will und kann, denn die Möglichkeit das der eine oder andere über Bord fliegt ist auf hoher See mit hohen Wellengang immer gegeben.

    Rette sich wer kann, heißt wohl so langsam die Divise 😉

    LG an alle nicht (!) mobbenden Kollegen der SRH und anderen in ganz Deutschland

    • Ricarda sagt:

      Ich habe es gehört. Aber so schnell schießen die Spatzen nicht.

      Die Chefetage scheint zu routieren. Schlechte Laune auf allen Gesichtern. Aber das muss ja nun nicht unbedingt was mit mir/uns zu tun haben. Vielleicht hatten die grad ein internes Tschernobil oder irgendein Müll ist wohin gesickert und bedroht das Grundwasser. Wenn man besorgte Gesichter sieht, kann das zunächst einmal ganz viele Gründe haben. Keine vorschnellen Schlussfolgerungen!

      Vielleicht ist ja auch nur der Kaviarlieferant pleite und die Aufsichtsräte müssen mit Erbsensuppe vorlieb nehmen. Wir werden es vielleicht nie erfahren. Womöglich haben die was gegessen, was ihnen nicht bekommen ist. Was auch immer denen über die Leber gelaufen ist, ich bezweifel, dass sie das Bedürfnis haben werden, ihre Gesichtsfarbe zu erklären.

      Aber witzig ist es schon. Warten wir doch einfach mal ab.

  2. K.W. sagt:

    Diese Vorgehensweise erinnert doch an die ehemalige DDR.
    Und was hier hoch kommt ist nur ein kleiner Teil. Längst nicht alles, oder jeder Betroffene berichtet von seinen „überflüssigen“ Erlebnissen in seinem Arbeitsverhältnis. Das sollte Jedem klar sein.
    Es ist für Hamburg beschämend und es wird sich in absehbarer Zeit heraus stellen, ob die hamburger Sozialpolitik unter den Augen von Olaf Scholz zu etwas gewollt hat.
    In Kenntnis gesetzt wurden nunmehr alle Verantwortlichen in Unternehmensleitung, Kontrollgremien und Politik. Jetzt sind alle im Boot.
    Bei gegenwärtigen Kurs ist zu erwarten, dass es zu dem vorhandenen WIKI-LEAKS in der Öffentlichkeit bald auch ein SRH-LEAKS geben wird.
    Dann sind die Medien im Spiel. Was dann geschieht ist absehbar.
    Um es noch einmal fest zu halten: es kann immer mal eine Krise geben und nicht jeder Betroffene mag völlig unbeteiligt sein, aber wie die Parteien ihre Krise meistern und wie ein Arbeitgeber mit seinen Beschäftigten umgeht, ist von entscheidender Bedeutung für die Folgen.
    Karl.

    • Ricarda sagt:

      Einer ist noch nicht im Boot. Der Betriebsarzt. Aber das werden wir ändern. Und bei den Schwerbehinderten werde ich auch das Integrationsamt ins Boot holen und den Fachdienst.

  3. Gemobbter Müllmann aus SRH sagt:

    Hi Ricarda,

    zu Deinen letzten drei Fragen ein ganz klares : NEIN !!!

    Als Angestellter der Stadtreinigung kann man nur wiedereinmal sagen, wie beschämend es ist unter solchen Vorgesetzten in der SRH zu arbeiten und die SRH zu repräsentieren !

    Diese Vorgehensweise ist schon länger bekannt und leider (!) kein Einzelfall !

    Solche und andere Vorgehensweisen in der SRH durch Vorgesetzte ist eine Schande für unsere schöne Stadtreinigung Hamburg und davon müssen Hamburg,sein Bürgermeister,der Senat und die Bürger Hamburgs sich geschlossen distanzieren und in aller härte die ihnen zur Verfügung steht gegen diese Personen vorgehen!

    Wenn solche Vorgesetzte in Kauf nehmen Menschen finanziell und gesundheitlich schaden zu müssen, warum auch immer, dann müssen diese ebenso mit Konsequenzen ihrerseits rechnen.

    Da wir hier nicht in einen Kindergarten oder Theater sind, hört irgendwo der Spaß auf und das spätestens wenn man Menschen gesundheitlich und finanziell schaden will.

    Aber dieses mussten schon einige Vorgesetzte in der SRH auch schon vor Gericht erleben mit ihren Behauptungen,Lügen und Intrigen, wo diese spätestens bei ihrer Vereidigung eingeknickt sind !

    Denn hier verstehen Gerichte erst recht kein Spaß mehr und das ist auch richtig so !

    LG an alle nicht (!) mobbenden Kollegen der SRH und anderen in ganz Deutschland

    • Ricarda sagt:

      Anlässlich der Personalversammlung habe ich mich ja mit etlichen Müllmännern unterhalten. Ich glaube, ich schreibe dazu heute mal was.

      Wenn Menschen durch Vorgesetzte so unter Druck gesetzt werden, mit dem Ziel sie los zu werden, dann stellt sich uns die Frage, ob wir es mit dem Straftatbestand der Nötigung zu tun haben. Auch dazu werde ich heute mal etwas schreiben.

      Von einem Fall, bei dem ein Vorgesetzter als Zeuge vereidigt worden wäre, ist mir bisher nichts bekannt. Wenn du darüber etwas weißt, schick mir das bitte per E-Mail.

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