Wie umgehen mit der Stasi-Vergangenheit?

.Seit dem 01.11.1997, der Gründung
der Mobbing-Zentrale waren wir mit
unzähligen Fällen konfrontiert, bei
denen es einen Zusammenhang zur
STASI gab.
Die Fälle waren ganz unterschiedlich.

So gab es Fälle wie in Cottbus, wo Menschen bespitzelt und sogar in den Tod getrieben wurden von Personen, von denen bekannt war, dass sie für die STASI gearbeitet hatten.
Menschlich dabei ist, dass alte Seilschaften nicht über Nacht verschwinden können.
Wer dreißig Jahre für die Stasi gearbeitet hat, wird den Kontakt zu seinen Kollegen
nicht einfach aufgeben, weil die Grenzen offen sind.

Andere sind in den Westen gegangen, haben gezielt Personen aufgesucht, die vor Grenzöffnung in den Westen gingen, um alte Rechnungen zu begleichen.
Für diese Personen begann der Stasi-Alptraum erneut.
Alles, was sie sich aufgebaut hatten, wurde erneut zerstört.
Dabei war oft nicht eine einzelne Person am Werk, sondern eine Gruppe.
Für diese Fälle haben sich Begriffe wie Gang-Stalking und Organisiertes Stalking geprägt.

Dann gibt es die vielen Fälle in der Ex-DDR, wo STASI-Mitarbeiter nach Grenzöffnung hohe Positionen bekleideten, wahrscheinlich mit geschönten Lebensläufen.
Stellvertretend für andere seien hier die Fälle bei der Bayerischen Landesbank genannt, die öffentlich bekannt sind und bis vor das Bundesarbeitsgericht gingen.

Zuletzt möchten wir all jene nennen, die in den Westen kamen und aufgrund ihrer Ausbildung bei der STASI hier ganze Firmen übernahmen und systematisch Wessis raus kickten, um sie durch ihre Leute zu ersetzen.

Die Politik schweigt beharrlich dazu !

Spannend ist ein Interview mit Roland Jahn in der Zeit zu der Frage:

Wie soll man mit Stasi-Spitzeln umgehen, 30 Jahre nach dem Mauerfall?“
Jahn erklärt richtig:

Jahn: Die Stasi nutzte da sehr unterschiedliche Wege.
Manche IMs lieferten Informationen, weil sie zutiefst vom SED-Staat überzeugt waren. Andere taten das für Geld. Oder wieder andere, weil sie in einer Zwangssituation waren, die Stasi sie unter Druck setzte. Beim Rekrutieren von IMs hat die Stasi immer bei der individuellen Situation des Menschen angesetzt, um sie für sich zu gewinnen.
Sie hat sogar Jugendliche angeworben und als IM verpflichtet.
So wie jede Anwerbung ein Einzelfall war, müssen wir auch die Fälle der IMs
heute einzeln betrachten. Wichtig ist dabei, auch die Akten als Quellen zu hinterfragen und den Papieren nicht blind zu vertrauen.

Mir wurde zugetragen, selbst Genscher sei IM gewesen.
Die Information halte ich für glaubwürdig.
Man muss aber bedenken, dass viele IM´s gar nicht wussten,
dass sie als IM geführt werden.
Sicher wird die Stasi über jeden, der sich in der DDR aufgehalten hat,
Aufzeichnungen gemacht haben und was liegt näher, als darüber eine Akte anzulegen?

Es ist auch bekannt, dass viele bei der STASI unter enormem Erfolgsdruck standen und wohl gern aus jeder Mücke einen Elefanten gemacht haben, sei es, um sich wichtig zu machen, sei es um mit annahmbaren Ergebnissen aufwarten zu können.
Wie vertrauenswürdig mögen also die Akteninhalte sein?

Um so bedauerliche finde ich es, dass Leute wie Gysi oder Gauck sich bis heute hartnäckig weigern, die Zeit der DDR-Diktatur aufzuarbeiten.  Dabei geht es nicht um Schuld!

Es geht um die Frage, wie wir einander vertrauen wollen oder können,
wenn wir nicht wissen, ob jemand für die Stasi gearbeitet hat,
wie es dazu gekommen ist und wie die Person heute dazu steht.
Gysi nahm zu den Vorwürfen im Bundestag Stellung:

Was ihn betrifft, klingt es durchaus glaubwürdig, dass er es nicht nötig hatte,
mit der STASI zusammen zu arbeiten, weil er höher angesiedelt war.

Schweigen die Betroffenen allerdings  bleibt ein unguter Generalverdacht im Raum
und verhindert, dass sich Vertrauen aufbauen kann.
Das Gefühl der feindlichen Übernahme durch STASI-Kader wird noch verstärkt durch Merkel, die die CDU immer weiter nach links geführt hat, selbst im Verdacht steht
als IM Erika für die Stasi gearbeitet zu haben und dazu beharrlich schweigt.

In der Mobbingberatung gehört die Frage, ob bekannt ist, ob der Täter für die STASI gearbeitet hat, zum Standard-Programm, denn 90.000 Hauptamtliche des MfS und fast 200.000 IM´s haben sich nicht 1990 in Luft aufgelöst.
Und genau, wie die Katze das mausen nicht lässt, können Spitzel eben auch nicht
einfach aufhören.

Wann werden wir mit einer echten Aufarbeitung beginnen?
Wird es in Unternehmen irgendwann neben einer Scientology-Erklärung
eine Stasi-Erklärung geben?

Wie wollen wir am Arbeitsplatz mit dieser Situation umgehen ?

Gauck selbst hatte unbeaufsichtigten Zugang zu seiner eigenen Akte
und könnte sie gesäubert haben. Unsere Schreiben hat er nicht beantwortet.
In seiner Behörde hat er bewusst zahlreiche STASI-Leute arbeiten lassen,
weil sie sich mit den Akten am besten auskannten !    ( ? ? ? )

Hier nennt Gauck noch einmal die Zahlen. 90.000 Hauptamtliche
und ca. 200.000 IM´s.

Gauck ist und bleibt umstritten.
Ein Buch über ihn geschrieben haben Klaus Blessing und Manfred Manteuffel
mit der Frage: Joachim Gauck Der richtige Mann?

Gauck steht in dem Verdacht IM Larve gewesen zu sein.
Er verlor einen Prozess und darf „Begünstigter der Stasi“ genannt werden.

Wie also umgehen mit solchen Menschen ?
.                                                                   Ricarda

.
.
.
:

Diesen Artikel mit anderen teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Twitter
  • Google Bookmarks
  • XING
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Live-MSN
  • MySpace
  • MisterWong
  • Webnews
  • MyShare
  • Ask
  • email
  • Print

Über Ricarda

Margit Ricarda Rolf - Gründerin und Leiterin der Mobbing-Zentrale mit mehr als 12.000 erfolgreich beendeten Mobbingfällen.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Arbeitskreis, Medien, Mobbing, Mobbing-Zentrale, Mobbingberatung, Politik, Rechte, Zeitreise abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.